Der Wald als Verbündeter im Klimawandel

In der Sitzung des Gemeinderats am 05.12.2023 standen die „Angelegenheiten des Forstes“ auf der Tagesordnung. Stadtrat Max Himberger hielt die Stellungnahme für unsere Fraktion im Gemeinderat

Erstmal herzlichen Willkommen im Forstrevier Walldorf, Herr Freund! Wir freuen uns sehr, das wichtige Thema Wald gemeinsam mit Ihnen in den kommenden Jahren anzugehen! In Anbetracht des Klimawandels wird das sicherlich keine einfache Aufgabe, aber wir sind uns sicher, dass Sie das ebenso wie Ihr Vorgänger Herr Glasbrenner mit sehr viel Herzblut und Engagement angehen werden.

Heute geht es ja auch um die „nackten Zahlen“, deshalb direkt vorweg: Wir von Bündnis 90/Die Grünen sehen den Wald nicht als wirtschaftlichen Faktor hier in Walldorf. Es ist gut, wenn aus verschiedenen Bereichen auch mal Einnahmen generiert werden, aber genauso okay ist es für uns, wenn die finanzielle Bilanz hier nicht positiv ausfällt. Wir investieren sehr gerne in den Wald vor unserer Haustür, denn er erfüllt viele Funktionen, die sich nicht unbedingt direkt in monetären Beträgen ausdrücken lassen: Er ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel (Wälder als CO2-Senke, Kühlungseffekt durch Transpiration, Schatten durch Baumkrone tragen zum natürlichen Klimaschutz und zur Klimaanpassung bei), Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, dient hier durch seine Lage an der Autobahn auch als natürliche Lärmschutzwand und nicht zuletzt ist er ein wichtiges Naherholungsgebiet und kann an heißen Sommertagen zum kühlen Rückzugsort werden.

Hitze, Trockenheit, Stürme, Schädlinge wie die Maikäferengerlinge (2024 kommt ja wieder ein Flugjahr auf uns zu), Neophyten wie die Kermesbeere und übergeordnet natürlich der Klimawandel, der all das begünstigt, stellen die Forstwirtschaft heute vor große Herausforderungen. Wir freuen uns sehr, dass auch unter Ihnen wichtige Projekte wie die Waldweide am Reilinger Eck und weitere Waldnaturschutzprojekte, die Eichenherkunftsversuchsflächen in Kooperation mit der FVA und natürlich die Waldpädagogik weitergeführt werden. Hinter solchen Projekten stehen wir voll und ganz, für neue Ideen in dieser Richtung sind wir sehr offen und bestimmt haben wir auch mal welche – also scheuen Sie sich nicht, alles an den Gemeinderat heranzutragen, was Ihnen für unseren Wald als sinnvoll erscheint!

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Öffentlichkeitsarbeit im Bericht erwähnt wird – die Infotafeln im Wald zu erneuern, halten wir für eine gute Idee. Dabei regen wir an, auch neue Themen wie Beispielsweise eine Tafel zur Kermesbeere oder eine zum Wald im Klimawandel aufzunehmen. Sehr gerne auch mit neuen pädagogischen Methoden der Wissensvermittlung wie zum Beispiel Augmented Reality (Verknüpfung von virtuellen und analogen Inhalten mittels Smartphones – man muss ja auch mit der Zeit gehen). Eine Einbindung aller Walldorfer Schulen im Rahmen der Waldpädagogik sehen wir dabei auch als wünschenswertes Ziel. Was die Bekämpfung der Kermesbeere betrifft, können wir uns auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit vorstellen – falls Sie das für sinnvoll erachten.

Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung stimmen wir zu. Vielen Dank!

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